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Sicher leben in Oberhausen

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Sicher leben in Oberhausen
Wohnungseinbruchskriminalität erfolgreich bekämpft
Von 2013 bis 2019 haben wir mit unserem innovativen #OberhausenerKonzept die Kräfte gebündelt und uns fast ausschließlich auf die Bekämpfung der Wohnungseinbruch- und Taschendiebstahlskriminalität konzentriert. Mit Erfolg.
Jetzt haben wir ein neues Behördenziel...

Im Jahr 2019 wurden 335 Wohnungseinbrüche gezählt und 486 Taschendiebstähle - das sind die niedrigsten Fallzahlen der letzten zehn Jahre.

Als die Behördenstrategie 2013 ins Leben gerufen wurde, waren es noch 982 Wohnungseinbrüche. Und damit das so bleibt, wird an der erfolgreichen Strategie festgehalten, allerdings nun nicht mehr als Behördenschwerpunkt.

Neuausrichtung der Behördenziele

Eine umfangreiche Lagebeurteilung der Kriminalitäts- und Verkehrsunfallentwicklung zeigte Anfang 2020, dass es an keiner Stelle eine signifikante Steigerung der Zahlen gegeben hatte. Umso mehr war es nun möglich, etwaige kriminelle Strukturen in Oberhausen unter die Lupe zu nehmen. Zwar weist derzeit nichts auf die Verfestigung von Strukturen der Clankriminalität oder Netzwerke organisierter Kriminalität hin, wenn aber in Nachbarstädten in Schwerpunktaktionen immer wieder dagegen vorgegangen wird, könnten diese eventuell nach Oberhausen verdrängt werden. Um dies zu verhindern, bzw. dagegen vorgehen zu können, muss die Behörde genau hinschauen.

Deshalb wird zunächst einmal ein Themenbereich im Vordergrund stehen: Erkenntnisgewinnung.

Dazu gehört Aufklärung, täterorientierte Ermittlungsarbeit, Kontrolldruck sowie Präsenz und Netzwerkarbeit. Mit diesem Ziel soll auf lange Sicht verhindert werden, dass sich kriminelle Strukturen in Oberhausen festsetzen oder sogar ausbreiten.

2013 - 2019 Das #OberhausenerKonzept

Im ersten Quartal 2013 wurde bei der Auswertung der Fallzahlen deutlich, dass in den ersten Monaten die gemeldeten Wohnungseinbrüche im Stadtgebiet rasant zugenommen hatten. Um diesem Trend schnellstmöglich entgegen zu wirken, trat am 01.04.2013 ein neu erarbeitetes Konzept zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität, das #OberhausenerKonzept in Kraft.

Bereits nach einer kurzen „Eingewöhnungsphase“ zeigten sich bereits die ersten Erfolge in Form von Festnahmen und zahlreichen Ermittlungsansätzen zur Aufhellung der kriminellen Strukturen. Damit war der gemeinsame Kampf gegen die Wohnungseinbruchskriminalität manifestiert und ging den daran beteiligten Polizisten und Mitarbeitern im Polizeipräsidium Oberhausen in „Fleisch und Blut“ über. 

 

Direktionsübergreifende Koordination

Seitdem ist das Kernelement des Konzeptes die (innovative) zentrale Koordinierung unterschiedlicher Maßnahmen von unterschiedlichen Organisationen (direktionsübergreifendes Konzept). Diese Innovation stellt zugleich auch die größte Herausforderung an alle Beteiligten.

Die Leiterinnen und Leiter der Direktion Kriminalität (K), Direktionen Gefahrenabwehr / Einsatz (GE), Verkehr (V) und der Zentralabteilung / Verwaltung (ZA) „unterstellten“ ihre Mitarbeiter teilweise dem Konzeptverantwortlichen.

Die nachgeordneten Vorgesetzen aller Direktionen müssen den Einsatz und die Aktivitäten ihrer  Organisationseinheiten in Teilen den Bedürfnissen und Anforderungen des Konzeptverantwortlichen nachordnen. Alle (Konzept-) Unterabschnittsführer müssen sich direktionsübergreifend auf ein gemeinsam abgestimmtes, schlagkräftiges Vorgehen einigen. Seitdem ging die Zahl der angezeigten Wohnungseinbrüche kontinuierlich zurück.

 

Informationsgewinnung

Zahlreiche neue Erkenntnisse über immer wieder bei Straftaten verwendete Fahrzeuge, deren Halter und Scheinhalter, die unterschiedlichen Konstellationen der Fahrer und Beifahrer, ihre Aufenthaltsorte und Kontaktpersonen, sowie die von ihnen verwendeten Telefone wurden akribisch dokumentiert und zentral ausgewertet.

Neben den aufsehenerregenden Aktionen nahmen auch Streifenwagenbesatzungen (GE) und Bezirksbeamte (GE) die verdächtigen Fahrzeuge und Personen ins Visier. Bei den täglichen Geschwindigkeitskontrollen richtete auch der Verkehrsdienst (V) seinen Fokus auf die reisenden Kriminellen.

 

Informationsauswertung

Als zentraler Baustein im #OberhausenerKonzept war bereits im ersten Konzeptentwurf die Einrichtung einer zentralen Auswertestelle vorgesehen. In der Auswertestelle für allgemeine Kriminalität (AStAK) liefen alle relevanten „Erstlagemeldungen“ zusammen. Ein erfahrener Kriminalbeamter übernahm mit Unterstützung   einer Angestellten die neuen Daten in eine Datenbank.

Diese spezielle Software ordnet den erfassten Personen Fahrzeuge, Telefone, Ereignisse, Tatorte, Mittäter, Unterstützer und andere Informationen zu und visualisiert sie bei Bedarf.

Viele tausend Datensätze bildeten zukünftig die Basis für die Ermittler im Kriminalkommissariat 22 oder die Zivilfahnder vom Einsatztrupp Kriminalitätsbekämpfung, dem Oberhausener ET-K-.

Nach wenigen Monaten erreichten täglich mehrere Berichte über verdächtige Personen, Fahrzeuge und Vorgänge die AStAK-Mitarbeiter. 

 

Anzahl der Wohnungseinbrüche um nahezu zwei Drittel gesenkt

Im Jahr 2017 sank sie noch einmal um mehr als 35 Prozent auf 484 Taten. Im Jahr 2016 waren es noch 745. Damit wurde das im Jahr 2013 anvisierte Ziel einer Halbierung der Wohnungseinbrüche bis 2017 sogar noch übertroffen.

2018 sanken die Zahlen dann mit 390 angezeigten Taten auf den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Auch die Aufklärungsquote stiegt mit 22,05 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (16,12 Prozent) deutlich an.

Besonders erwähnenswert ist, dass es im Jahr 2018 den Tätern in 188 Fällen nicht gelang, den Wohnungseinbruch zu vollenden. Damit blieb es bei 48,21 Prozent der Wohnungseinbrüche bei Versuchen!

Im Jahr 2019 wurden 335 Wohnungseinbrüche gezählt und 486 Taschendiebstähle - das sind die niedrigsten Fallzahlen der letzten zehn Jahre und ein Rückgang der angezeigten Taten um nahezu 66 Prozent seit 2013.