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Denken Sie auch an sich - Sport gegen Stress

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Denken Sie auch an sich - Sport gegen Stress
"Sport hilft Stress abzubauen und buchstäblich den Kopf frei zu bekommen", sagt Professor Dr. Dr. Stefan Schneider von der Deutschen Sporthochschule Köln. "Das gilt insbesondere dann, wenn man mal überfordert ist, zu viele Entscheidungen zu treffen sind, soziale Probleme belasten oder die Arbeit über den Kopf wächst."

Sportliche Betätigungen wirken im Gehirn auch Depressionen entgegen.

In wissenschaftlichen Studien hat Professor Schneider mit der Ableitung von Gehirnströmen nachgewiesen: Ist im Gehirn jene Region aktiv ist, die die Bewegungen steuert, fährt zeitgleich die Region hinter der Stirn ihre Aktivität herunter. Sie ist zuständig für komplexe Denkprozesse – und auch mal überfordert, wenn wir bei der Pflege unserer Angehörigen zu viele Entscheidungen treffen müssen, die durch Pflege entstehenden und wachsenden soziale Probleme uns belasten oder der Dienst uns über den Kopf wächst.

In solchen stressigen Phasen könne Sport "ein Stück weit den Schalter umlegen", sagt der Professor und zieht den Vergleich mit älteren Computern heran. War deren Arbeitsspeicher voll, wurden die Rechner immer langsamer. Dann half nur noch ein Neustart – danach konnte man wieder normal arbeiten.

So ähnlich wirke auch Training bei psychischer Überforderung, so der Sportwissenschaftler.

Was ist Stress?

Mit Vollgas zur Pflege. Mit Kollegen und Freunden in Kontakt bleiben. Im Dienst volle Leistung bringen...

Stress ist eine gesunde Reaktion unseres Körpers, der uns hilft schnell auf Bedrohungen durch innere oder äußere Faktoren zu reagieren. An dieser Stelle wird immer wieder gerne das Beispiel zitiert, bei dem die Urmenschen innerhalb von wenigen Sekunden auf den Angriff eines Säbelzahntigers reagieren mussten.

Unser Körper schüttet, damals wie heute, die Stresshormone Adrenalin, Insulin, Cortisol und Noradrenalin aus, der Puls steigt und die Muskulatur spannt sich an. Wir atmen schneller und unser Herz-Kreislaufsystem läuft auf Hochtouren. In dieser "Alarmbereitschaft" sind wir bereit alles zu geben.

Was passiert aber, wenn wir weder Kämpfen noch flüchten müssen?

Der Stress, den wir durch die permanente Belastung durch die Pflegesituation, den Dienst und andere Lebensumstände langsam aber sicher immer mehr aufbauen, hinterlässt "Tonnen von ungenutzten Stresshormonen", die wir weder in schweißtreibenden Kämpfen oder in einem Sprint auf Leben und Tod benötigen. 

Die bereitgestellte Energie kann sich nicht adäquat entladen, die ausgeschütteten Stresshormone werden schlecht abgebaut und wir geraten immer mehr in einen Zustand permanenter Alarmbereitschaft.

 

Was passiert, wenn wir in der Pflegekette ausfallen?

Wenn wir unsere Stresshormone nicht durch stressabbauende Hormone, wie Endorphine neutralisieren, unterdrücken diese die Produktion anderer Hormone, die für das Wohlbefinden notwendig sind.

Auf Dauer belasten angestaute Energie und die Ansammlung von Stresshormonen den Körper und führt langfristig zu körperlichen und psychischen Krankheitssymptomen wie Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen oder Verdauungsbeschwerden.

Wenn wir nicht mehr fit sind, wer übernimmt dann unsere Aufgaben und Pflichten in der Pflege unserer Lieben?

  • Sie müssen gesund und leistungsfähig bleiben!

  • Nehmen Sie sich Zeit für sich!

  • Treiben Sie Sport!
     

Endorphine, oder auch Glückshormone, werden bei sportlicher Betätigung ausgeschüttet. Sie neutralisieren unsere aufgestauten Stresshormone und sorgen so auch dafür, dass wir gesund und leistungsfähig bleiben.

In einer Pflegesituation steigt der Anspruch an sich selbst permanent. Da bleibt oft nur wenig Zeit zum Beine hochlegen und entspannen – an Sport ist da gar nicht zu denken. Die Zeit verbringe ich doch lieber "sinnvoll".

Völlig falsch! Sport ist DER Erfolgsfaktor gegen dauerhaften Stress.