In zwei Betrugsfällen unter der Masche "Falsche Polizeibeamte" mit hohem Schaden ermittelt derzeit die Polizei in Kleve. Ein 82-jähriger Mann erschien am Montag (31. März 2025) bei der Kripo in Kleve und gab an, dass man ihn wohl um eine große Geldsumme betrogen hätte. Bei ihm hätte sich etwa vor einem Monat ein angeblicher Polizist "Hoffmann aus Kranenburg" telefonisch gemeldet. Dieser erklärte, dass man einer Tätergruppe auf der Spur wäre, die es auf das Geld des Kranenburgers abgesehen hätte. Er solle dann die "110" anrufen und überprüfen, dass es sich tatsächlich um "die richtige Polizei" handelt. Vermutlich hat der Mann dazu nicht aufgelegt oder lediglich eine andere Taste gedrückt, auf jeden Fall bestätigte man ihm, dass es tatsächlich einen Polizeibeamten in Kranenburg mit dem Namen "Hoffmann" gibt. Dann meldeten sich im weiteren Verlauf andere angebliche Polizisten bei dem Mann, ein "Kommissar Klose" und ein "Hauptkommissar Hauke". Der "Hauptkommissar Hauke" war dann weiter der Gesprächspartner des Kranenburgers. Er brachte den Mann dazu, eine größere Summe Bargeld in Gold anzulegen und dieses selbst von der Bank abzuholen. Das Gold sei präpariert und die Polizei würde so verfolgen wollen, woher es kommt und wohin es geht. Nachdem der Mann das Gold tatsächlich abgeholt hatte, sollte er es an die Straße legen, dort würde es von einem Beamten abgeholt werden. Über das alles sollte er Stillschweigen bewahren, auch gegenüber der Bank, im Gegenteil, er solle aufpassen, ob sich ein Bankmitarbeiter verdächtig macht. Nachdem das Gold bereitgelegt worden war, wurde ihm von "Herrn Hauke" mitgeteilt, dass das Edelmetall nicht echt wäre. Er wurde damit beruhigt, dass er das Geld von der "Staatskasse" zurückbekommen würde. Im Vertrauen, es mit der richtigen Polizei zu tun zu haben, hatte der Mann seine Vermögensverhältnisse offenbart, so dass die Täter wussten, dass noch mehr Vermögen vorhanden war. Es wurden dann noch zweimal Geldsummen "übergeben", die die Täter für Ermittlungen angeblich präparieren müssten, so dass insgesamt ein Schaden in einem niedrigen sechsstelligen Bereich entstanden ist. Erst, nachdem sich ein paar Tage niemand mehr mit dem Geschädigten in Verbindung gesetzt hatte, wurde er misstrauisch und vermutete einen Betrug. Am Dienstag (01. April 2025) meldete sich ein angeblicher "Herr Gerwert vom Polizeipräsidium Kleve" bei einem 86-Jährigen aus Goch. Mit unterdrückter Telefonnummer erklärte man ihm, seine Wohngegend würde beobachtet, dort würden sich Betrüger aufhalten. Im Glauben, es mit richtigen Polizisten zu tun zu haben (im Laufe des Gespräches schaltete sich noch ein "Herr Köhler vom Polizeipräsidium Kleve" ein), unterhielt sich der Mann mit den Betrügern über seine Vermögensverhältnisse. Daher wussten diese, dass er in einem Schließfach einer Bank eine größere Geldsumme liegen hatte. Er wurde aufgefordert, das Geld nach Hause zu holen. Während der ganzen Zeit wurde das Gespräch nicht beendet. Zuhause sollte er von mehreren Geldscheinen die Nummer durchgeben. Bei einer Nummer erklärte man ihm, dieser Geldschein sei falsch und man wolle das ganze Geld jetzt auf Echtheit überprüfen. Der Gocher legte dann "auftragsgemäß" den ganzen Betrag in eine Tüte und deponierte diese vor der Haustür. Er sah dann, wie gegen 15:00 Uhr eine männliche Person, ca. 40 Jahre alt, etwa 170 m groß, dunkle Haare und bekleidet mit einer dunklen Jacke, die Tüte abholte und sich zu Fuß entfernte. Dem Mann entstand durch den Betrug ein Schaden in einem höheren fünfstelligen Betrag. Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass man seitens der Polizei NIE am Telefon nach den Vermögensverhältnissen, ob nun auf der Bank angelegt, ob Bargeld oder Schmuck, nachfragen wird! Eine geforderte Übergabe durch das Ablegen von Wertsachen vor der Tür, wird es von Seiten der Polizei niemals geben! Sollten sich angebliche Polizeibeamte am Telefon melden und mit Ihnen über Ihr Vermögen sprechen wollen, werden Sie sofort misstrauisch! Legen Sie auf, das mag unhöflich erscheinen, kann Ihnen aber Ihr Geld retten. Rufen Sie ruhig die Polizei, entweder über die Amtsnummern der Polizei in Kleve oder der anderen Dienststellen im Kreis oder auch über die 110 an! Wichtig ist, dass Sie das Gespräch mit den angeblichen Polizeibeamten vorher auch wirklich beenden, wählen Sie dann neu! Lassen Sie sich nicht darauf ein, ohne aufzulegen bspw. eine bestimmte Tastenkombination zu drücken. Dann sind Sie weiter mit den Betrügern verbunden, auch wenn sich vermeintlich eine andere Stelle oder ein anderer "Polizist" meldet! Noch besser wäre es, über ein anderes Telefon anzurufen, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, bspw. ein Handy, falls Sie der Anruf der vermeintlichen Polizisten über das Festnetz-Telefon erreicht hat und umgekehrt! Wir berichten über diese Fälle so ausführlich, weil wir warnen wollen! Derjenige, der davon hört oder liest, ist schnell versucht zu sagen, "Wie kann man nur darauf reinfallen? Mir passiert das sicher nicht!". Doch! Wenn man Sie mit der richtigen Masche überrascht, und das ganze sehr professionell aufzieht, fallen möglicherweise auch Sie darauf rein! Deswegen wollen wir die Maschen der Betrüger bekanntmachen, damit auch bei Ihnen, trotz einer überzeugenden Geschichte, die Alarmglocken angehen! Und wenn es Ihnen trotzdem passiert ist, und Sie sich schämen, dass es Ihnen passiert ist, zögern Sie nicht und melden Sie sich sofort bei der Polizei! Wir helfen Ihnen und Sie helfen mit, andere zu warnen!(sp)
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Kreis Kleve - "Falsche Polizeibeamte" betrügen zwei Senioren
PLZ
Kreis Kleve
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