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Polizeiliche Kriminalstatistik

Kriminalitätsbericht2016
Polizeiliche Kriminalstatistik
Anzahl der Straftaten auf niedrigstem Stand seit 10 Jahren
Am Montag (6.3.2017) präsentierte Polizeipräsident Ingolf Möhring die Kriminalitätsentwicklung 2016 der Öffentlichkeit.

Kriminalitätsentwicklung 2016 im Detail

Zahl der Straftaten auf niedrigstem Stand seit 10 Jahren
Ein Viertel weniger Vermögensdelikte
Leichter Rückgang der Aufklärungsquote und ermittelten Tatverdächtigen

 

Über 8 Prozent weniger Delikte registrierte die Polizei im vergangenen Jahr in Oberhausen. Mit insgesamt 17.419 Delikten (2015: 18.936) ist das mit Abstand der niedrigste Stand der vergangenen 10 Jahre.

In der Langzeitbetrachtung der letzten Dekade war die Kriminalitätsentwicklung noch nie so gering wie in den Jahren 2013 bis 2016. Im Jahr 2006 hatte es mit 23.205 Straftaten den Höchststand gegeben.
Den größten Anteil an den Gesamtstraftaten haben erneut, mit mehr als 43%, die insgesamt angezeigten 7.492 Diebstahlsdelikte. Auch wenn fast 25% weniger Vermögens- und Fälschungsdelikte (zum Beispiel Erschleichen von Leistungen, Betrug) registriert wurden, liegen sie mit einem Anteil von etwas mehr als 16% noch immer auf Platz zwei.

Mehr als jede 2. Straftat wurde aufgeklärt. Die Aufklärungsquote (2016: 53,15%) ging im Vergleich zum Vorjahr (2015: 54,29%) leicht zurück. Im Verlauf des Jahres ermittelten Polizisten fast 7.400 Tatverdächtige, 6,75% weniger als 2015 (2015: 7.923 - 2016: 7.388). Von den 7.388 insgesamt ermittelten Tatverdächtigen hatten 2.329 nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Bei der Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen gibt es somit von 2015 (2.383) einen Rückgang um 2,27 %.

Polizeipräsident Ingolf Möhring weiß aber, dass all diese auf den ersten Blick guten Zahlen, nicht immer dem Gefühl der Oberhausener Bürgerinnen und Bürger entspricht: “In persönlichen Gesprächen, Emails und durch Kommentare in den sozialen Medien lassen sie uns nur zu oft wissen, dass sie diese Sicherheitslage ganz anders empfinden. Für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das täglicher Ansporn, die positiven Aspekte der Kriminalitätsentwicklung auch in diesem Jahr noch weiter zu verstärken.“
 

Weniger Taschendiebstähle und Wohnungseinbrüche
Mehr Keller- und Geschäftseinbrüche
Zahl der schweren Diebstähle auf niedrigstem Stand seit 10 Jahren
Wohnungseinbrecher geben in fast jedem 2. Fall auf


Seit 2011 ging die Anzahl der angezeigten Taschendiebstähle kontinuierlich zurück. Mussten 2011 noch fast 700 Taten gezählt werden, liegt die Zahl im Jahr 2016 bei 510 Taten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um fast 6% (2015: 541). Die Aufklärungsquote fiel von knapp 18% auf 13,7%. Die angezeigten Wohnungseinbrüche gingen ebenfalls um über 5% auf insgesamt 745 bekannte Taten (2015: 785) zurück.

Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsfeld liegt bei über 17%. Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl aller Geschäftseinbrüche um fast 22% (2015: 92 -2016: 112). Kellereinbrüche und Einbrüche in Waschküchen nahmen um über 32% zu (2015: 240 - 2016: 317). Bei den Einbruchsdelikten gab es 2016 insgesamt 1.461 Taten (2015: 1.401).

Die Polizei erhält seit Jahren zunehmend Unterstützung durch Hinweise aus der Bevölkerung auf verdächtige Wahrnehmung. Kriminaldirektor Uwe Mainz, Leiter der Direktion Kriminalität, erklärt: „Seit Jahren nehmen die Hinweise aus der Bevölkerung zu und führten im vergangenen Jahr zu über 100 Festnahmen auf frischer Tat. Unser Oberhausener Konzept beinhaltet im Rahmen der Landeskampagne „Riegel vor - Sicher ist sicherer“ weit gefächerte und fein abgestimmte Repressions- und Präventionsmaßnahmen. Dazu zählen auch die Sicherungsmaßnahmen in den eigenen vier Wänden. Im vergangenen Jahr scheiterte fast jeder 2. Wohnungseinbruch (46,44 %). 346 der 745 registrierten Taten konnten durch gut gesicherte Türen und Fenster oder aufmerksame Anwohner vereitelt werden.“
Diebstahl aus Kraftfahrzeugen auf niedrigstem Stand seit 10 Jahren
Weniger gestohlene Kraftwagen

1.114 Mal brachen Straftäter Kraftfahrzeuge auf oder stahlen Wertsachen aus Kraftfahrzeugen. Polizeipräsident Möhring erkennt auch in diesem Deliktfeld wieder die zwei Seiten der Medaille: „Mit einem Rückgang von fast 9% ist das zwar der niedrigste Stand seit 10 Jahren, aber rund 3 Diebstähle täglich im Jahresmittel sind nichtsdestotrotz für uns inakzeptabel“. Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 6,37% (2015: 5,32%).

Die Gesamtzahl der gestohlenen Kraftwagen war im vergangenen Jahr um 7 Fahrzeuge oder fast 7% geringer als im Jahr davor (2015: 101 - 2016: 94). Die Aufklärungsquote stieg leicht von 17,82% (2015) auf 19,15% (2016). In den Jahren 2006 und 2007 hatte es mit 156 Autodiebstählen und 2.728 Diebstählen aus Kfz den Höchststand gegeben.
 

Mehr Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Kinder häufiger sexuell missbraucht
Mehr Vergewaltigungen angezeigt


Nach den Höchstständen aller bekannt gewordenen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in 2004 (131) und 2010 (120) verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr mit 119 Sexualstraftaten einen Anstieg um 8,18% im Vergleich zum Jahr davor (2015: 110). In 3/4 aller Fälle wurden der oder die Täter ermittelt. 28 angezeigte Vergewaltigungen markierten 2016 den Höchststand der vergangenen 10 Jahre. Fast 90% der Täter wurden ermittelt.

Mit einem Anstieg um über 48% ist der sexuelle Missbrauch von Kindern (2015: 27 - 2016: 40) auf dem zweithöchsten Stand der vergangenen 10 Jahre. Nur 2014 waren es mehr (45). „Über 87% dieser abscheulichen Straftaten klärten unsere Ermittler auf, “ so Uwe Mainz, „aber hinter jeder statistischen Zahl steht das persönliche Schicksal der Betroffenen. Viele der Delikte ereignen sich im sozialen Umfeld und bedeuten für die Opfer, zumeist Frauen und Kinder, oft eine Traumatisierung mit lebenslanger Auswirkung. Opferschutz und Opferhilfe, nicht nur in Fällen sexueller Gewalt, sind deshalb feste Bestandteile der polizeilichen Arbeit. Sie beginnen bereits bei der Anzeigenerstattung und reichen bis zur Betreuung der Geschädigten durch speziell ausgebildete Opferschutzbeauftragte.“
 

Straßen- und Gewaltkriminalität rückläufig
Etwa jeder zweite Straßenraub geklärt - insgesamt fast 15% mehr Taten
Weniger Rohheitsdelikte aber mehr Gewalt gegen Polizisten


Im vergangenen Jahr sanken die angezeigten Delikte der Straßenkriminalität mit 3.872 (2015: 4.174) und Gewaltkriminalität (2016: 572 - 2015: 589) insgesamt tatsächlich auf die niedrigsten Stände seit 10 Jahren.


Fast 3/4 aller Gewalttaten in Oberhausen werden aufgeklärt. Bei Mord, Totschlag und fahrlässiger Tötung waren die Ermittler in allen Fällen erfolgreich und identifizierten jeden Täter. Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (z.B. Straßenraub, Körperverletzung, Widerstand gegen Polizisten) werden zu fast 85% aufgeklärt. Hier blieb die Trefferquote der Ermittler nahezu konstant (2015: 85,04% - 2016: 84,22%). Die Aufklärungsquote bei Delikten der Straßenkriminalität sank leicht um 1,22% auf rund 17%.

Bei einem Rückgang aller Delikte der Straßenkriminalität (-7%) sind gleichzeitig aber 14 Straßenraube (+14,58%) mehr bekannt geworden, als im Jahr davor (2015: 96). Trotz dieses Anstieges klärten die Oberhausener Ermittler 44,55%, also fast jeden zweiten Straßenraub, auf. Die Aufklärungsquote verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr (2015: 41,67%) um 2,88%.

Im direkten Vergleich zu 2015 sank die Anzahl der in Oberhausen angezeigten gefährlichen, schweren   (2015: 376 - 2016: 344) und leichten Körperverletzungsdelikte (2015: 1.125 - 2016: 1.091) auf die jeweils niedrigsten Stände der vergangenen 10 Jahre.

Nachdem 5 Jahre in Folge die Anzahl unter 21jährigen Tatverdächtigen bei Delikten der Gewaltkriminalität rückläufig war, registrierten die Ermittler im letzten Jahr mit 191 fast 16% mehr U21 Tatverdächtige als in 2015 (165 TV). Die Anzahl der U21 Tatverdächtigen bei der Gesamtkriminalität liegt mit 1.626 aber unter dem Wert des Vorjahres (1.798).

Fast 30% mehr Widerstandshandlungen gegen Polizeivollzugsbeamte (2015: 45 - 2016: 58) bedeuteten für die Oberhausener Polizistinnen und Polizisten eine besondere Herausforderung. Allgemein registrieren wir eine zunehmende Respektlosigkeit und Aggression gegenüber allen „Rettungs– und Ordnungskräften“.
 

Computerkriminalität (Cybercrime) auf historisch niedrigstem Stand
Straftaten mit Tatmittel „Internet“ sinken um über 30%


Unter dem Begriff Cyber-Crime subsummiert die Polizei Delikte wie Computerbetrug (2015: 57 - 2016:11), Datenveränderung / Computersabotage (2015: 5 - 2016:3) oder auch das Ausspähen und Abfangen von Daten (2015: 17 - 2016: 5). Insgesamt gingen die seit 2013 ständig sinkenden Fallzahlen noch einmal um 14,29% von 140 registrierten taten in 2015, auf 120 Taten im vergangenen Jahr zurück.

Auch Straftaten mit dem „Tatmittel Internet“ gingen deutlich um über 30% (2015: 770 - 2016: 536) zurück. Betrugsdelikte im Internet wurden im vergangenen Jahr um 33,61% weniger registriert, als noch im Jahr davor (2015: 598 - 2016: 397).

Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)

Die seit 1953 jährlich vom Bundeskriminalamt herausgegebene und mehrere hundert Seiten starke Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) umfasst ca. 1.000 Delikte.

Die Polizei Oberhausen veröffentlicht aus dieser komplexen Statistik in ihrer etwa 40seitigen DIN-A-4-Broschüre die wesentlichen Delikte zur Darstellung der Kriminalitätsentwicklung in Oberhausen.

Im aktuellen Kriminalitätsbericht (veröffentlicht am 6.3.2017) werden aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht alle erfassten Delikte im Einzelnen aufgeführt. Der Polizeipräsident und sein Direktionsleiter laden Medienvertreter traditionell zur jährlichen Pressekonferenz ein, um ihnen die Daten zu angefragten oder von aktuell besonders interessanten Straftatbeständen zu erläutern.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte haben uns aber gezeigt, dass die örtlichen Medienvertreter in der Regel nur an den dargestellten Delikten Interesse zeigen. Die Inhalte der herausgegebenen Broschüre haben sich im Laufe der Jahre auch an den Bedürfnissen der örtlichen Medien ausgerichtet. Diese Bedürfnisse können natürlich lokal unterschiedlich sein. Darüber hinaus beantwortet die Pressestelle der Polizei Oberhausen ganzjährig Anfragen, auch zur Polizeilichen Kriminalstatistik. Und nicht nur das.

Seit Mitte 2016 veröffentlichen alle nordrhein-westfälischen Polizeibehörden im Internet monatlich aktuelle Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung NRW, auch zur Gesamtzahl der Einbruchsdelikte. Mit ein paar Klicks können sich alle Oberhausener selbst einen Überblick über die aktuellen Fallzahlen verschaffen.

Mit diesem Service wollen wir den Einsatz der NRW-Polizei für Ihre Sicherheit transparent machen. Diese Monatszahlen sind Momentaufnahmen der Kriminalitätsentwicklung in NRW. Darüber hinaus wird es weiterhin eine jährlich veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik geben.
Hier finden Sie die ungefilterte und nicht aufbereitete Oberhausener PKS für das Jahr 2016 in einer Datei:

Oberhausener PKS (nicht aufbereitet)

Abschließendes Fazit von Polizeipräsident Ingolf Möhring

Sowohl bei der Straßenkriminalität wie auch bei den Gewaltdelikten sind die erfassten Delikte auf den jeweils niedrigsten Ständen der letzten 10 Jahre. Erfreulich ist auch, dass weniger Wohnungseinbrüche angezeigt wurden und Wohnungseinbrecher fast in jedem zweiten Fall nicht zum Zuge kamen.

Wir werden auch in diesem Jahr wieder unseren besonderen Fokus auf alle Einbrecher und Taschendiebe legen, weil wir genau wissen, dass  Einbrüche in Wohnungen oder die Keller unserer Bürger, die Geschäftsräume, Büros oder Werkstätten unserer Geschäftsläute und Handwerker, die selbe emotionale Betroffenheit bei den Geschädigten und Opfern erzeugen.

Bedanken möchte ich mich bei den Bürgerinnen und Bürgern in unserer Stadt, die die Arbeit der Polizei nicht nur im letzten Jahr maßgeblich unterstützt haben. Eine kontinuierliche Zunahme des Hinweisaufkommens und eine große Bereitschaft, seine eigenen vier Wände zu schützen, sind ein Beleg dafür.

Trotz der Schwerpunkte im Bereich der Behördenziele werden wir aber auch andere Deliktsbereiche nicht aus dem Auge verlieren. Wie in den Vorjahren auch werden wir 2017 die Kriminalitätsentwicklung analysieren und auf negative Tendenzen reagieren.